Roboter und Automatisierung sind nur für grosse Unternehmen, die hohe Stückzahlen von identischen Produkten produzieren. Oder ist das nur ein Mythos?

Es sei denn, man ist ein grosser Autohändler, der denselben Ersatzteil in Millionen von Exemplaren herstellt und übrigens die nächsten 10 Jahre damit fortsetzen wird. Es würde sich wohl nicht lohnen, in Robotertechnologie zu investieren. Diese Haltung begegnet uns oft in den kleineren Produktionsbetrieben. So war es auch einmal. Und das Argument setzt fort: Die Roboter sind viel avanzierter geworden, als sie vor nur 5 Jahren waren und schliessen damit die kleineren und mittelgrossen Betriebe von Automation aus. Jetzt ist es aber so, dass die Roboter leichter anzuwenden und umzustellen geworden sind. Deshalb können kleine und mittelgrosse Betriebe schon mitspielen.

Flexible Roboter

Roboterproduzente in der ganzen Welt hat das Potential eingesehen, flexible Roboter zu entwickeln, die die Produktion laufend umstellen können – genau wie es geht, wenn man kleinere Seriengrössen produziert.

Das ist eine gute Neuigkeit für den “Unterwald” von kleinen und mittelgrossen Betrieben, die keine grössere Serienproduktionen haben, die aber kleine Stückzahlen herstellen oder Einzelproduktion von massgeschneideten Produkten treiben. Einige haben fast den Betrieb geschlossen oder haben die Produktion nach anderen Ländern mit billigerer Arbeitskraft geschickt. Bei Anwendung von flexiblen Robotern werden die Mitarbeiter produktiver und machen den Betrieb konkurrenzfähiger.

Leicht und intuitiv

In Dänemark können wir stolz darüber sein, dass wir einige der absolut führenden Produzenten der Welt von flexiblen Produktionsrobotern haben. Diese Roboter können manuelle Prozesse innerhalb Hantierung, Bearbeitung und Logistik übernehmen. Sehr wichtig ist, dass die Programmierung der Roboter heute leicht und intuitiv ist, und fast alle können sie bedienen lernen. Endlich ist der Preis der flexiblen Produktionsroboter viel niedriger als der, den man für traditionelle Industrieroboter zahlt. Weil sie so flexibel sind, braucht man als Produtionsbetrieb nicht im voraus sich an einen bestimmten Flow oder eine Stückzahl der Produktion festzuschliessen.

Dieselben Prozesse für die verschiedenen Produkte

Statt auf die Gleichartigkeit der Produkte zu fokussieren, müssen die Betriebe überlegen, ob man dieselben Prozesse in der Herstellung der verschiedenen Produkte gebraucht. Obwohl die Produkte nicht ganz gleich sind, werden die Gleichartigkeiten in den Produktionsprozessen zu automatisieren aufgelegt. Ein Beispiel könnte Folgendes sein:

In einem Betrieb, der unikale Produkte aus Metall macht, z. B. Ausschneiden, Entgrafen und Schweissen (Generalnenner, um in Roboter zu investieren) Obwohl es nicht notwendigerweise dasselbe Schweissen von allen Produkten ist, kann der Schweissprozess selbst vielleicht so flexibel gemacht werden, dass der Operateur den Roboter leicht lehren kann, mit verschiedenen Varianten zu arbeiten.

Konkurrenzfähig und attraktiv

Ist die Grösse also dafür entscheidend, ob das Automatisieren sich lohnt? Gar nicht so eindeutig, wie es einmal der Fall war.

Grosse Stückzahlen von identischen Produkten sind immer ein guter Indikator für die Relevanz der Robotertechnologie. Heute müssen wir aber nuanzierter ans Werk gehen und die kleinen und mittelgrossen Produktionsbetriebe dazu zu bewegen, auf die Prozesse zu fokussieren, die sie brauchen, um verschiedene Produkte herzustellen.

Es gibt einige Betriebe, die daran zweifeln, ob Roboter für sie relevant seien, weil ihre Produktion keine klassische Serienproduktion hat. Ein Screening ihrer Produktion zeigt aber immer, dass ihr Automationspotential gross ist und ihnen eine bessere Konkurrenzfähigkeit geben könnte, wenn nur die Roboter korrekt implementiert würden. An wenigen stellen, wo Roboter nicht relevant sind, ist der Grund oft, dass die Produktion nicht effizient ist. Damit kann es glücklicherweise geholfen werden.